ZNS

Das zentrale Nervensystem (ZNS) des Menschen umfasst das Gehirn und Rückenmark. Es verarbeitet einerseits Sinneseindrücke, die es aus der Peripherie über die Nervenfasern erhält, andererseits steuert es die Aktivität des Körpers. Auch die Netzhaut des Auges, der Sehnerv, das Riechepithel und der olfaktorische Nerv sind Teil des Gehirns und damit des ZNS.

Nach einer Verletzung können Neurone des ZNS geschädigte Nervenfasern, sogenannte Axone, nicht mehr regenerieren, so dass sie dauerhaft von ihren Zielgebieten abgeschnitten bleiben. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und liegen sowohl an den Neuronen selbst, da sie nicht in der Lage sind, ein regeneratives Wachstumsprogramm zu starten als auch an einer für die rege- nerierenden Axone inhibitorischen Umgebung im verletzten ZNS.

Schädigungen von Nervenfasern im Gehirn oder Rückenmark führen daher in der Regel immer zu irreversiblen Funktionsverlusten und damit lebenslangen Behinderungen, wie beispielsweise Querschnittslähmungen nach Rückenmarksverletzungen oder Erblindungen nach Sehnerv- schädigungen.

Ein Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls Zellphysiologie beschäftigt sich daher mit den Mechanismen, die dieser eingeschränkten Regenerationsfähigkeit des ZNS zugrunde liegen. Ziel ist die Entwicklung von neuen gentherapeutischen sowie pharmakologischen Ansätzen zur För- derung der axonalen Regeneration und somit der Wiederherstellung von verlorengegangenen Funktionen nach Schädigungen des Gehirns und Rückenmarks.